Samstag, 12. Mai 2012

Opfer der Verführung

Im vorherigen Post habe ich ordentlich gegen Lafer und Co gewettert. Nun als ich diesen Post schrieb, war meine Stimmung auch so. Doch heute musste ich widererwarten feststellen, dass ich selbst Opfer des Tiefkühlregals wurde. Was war passiert?

Im Supermarkt steifte ich entspannt durch die Tiefkühlzone. Ohne Stress. Die Waren lächelten mich an und produzierten in meinem Gripskasten die Gelüste nach einem Vanillepudding mit Sahnehaube. Ich spürte diesen schon fömrlich auf meiner Zunge - doch war er unerreichbar.

Doch vor dem Genuß hat der Koch nunmal die Arbeit gesetzt. Statt die entsprechenden Zutaten wie Milch, Sahne und Vanilleschote zu kaufen, um sich einen leckeren Sahnepudding am heimischen Herd zu zaubern, wurde ich von den tollen und durch hochbezahlte Verkackungsdesigner geschaffenen Produkte, geblendet. Es war wie ein Aussetzer. Ich griff ins Regal.

Freudig stolzierte ich mit meinem Pudding durch die bunte Warenwelt bis zur Kasse. Selbst an der Kasse hatt ich noch kein schlechtes Gewissen, da der Gedanke nach dem doch so toll schmeckenden Pudding überwiegte.

Zu Hause angekommen, gab es dann kein halten mehr, ich befreite den Puddung aus seiner Verpackung. Mit Inbrunst tauchte ich den Löffel durch die locker-fluffige Sahne bis zum Pudding, um beides auf dem Löffel zu platzieren, damit die Geschmacksknospen meiner Zunge die totale Explosion erleben. Doch so schnell ich den Löffel auch im Mund hatte, so schnel überkam mich auch der Ekel.
Augen zu und durch, dachte ich nur. Obligatorisch richtete ich meinen Blick auf die Verpackung, respektive der Zutatenangabe. Was mich dort ansprang war ein Giftcocktail, aber kein Lebensmittel. Meine Illusion vom lecker schmeckenden Vanillepudding war dahin. Es reihten sich E-Nummern an E-Nummer, getoppt wurde das Ganze, indem die Sahnehaube auch noch mit Stickstoff zur Fluffigkeit getrimmt wurde.

Die Angaben auf der Verpackung nahm ich zum Anlass, um das Netz nach den wirklichen Inhalten des doch so toll aussehenden Puddings zu hintergfragen. Was sich bei der Suche ergab, erspare ich im Detail. Meine Geschmacksknospen sind gelähmt.

Mein Fazit: Selbermachen schmeckt immer besser und braucht auch nicht mehr Zeit, als das Warten an der Supermarktkasse.

Doch zu allem übel habe ich noch einen zweiten Becher dieses Laborlebensmittels :-(

1 Kommentar:

Weserkrabbe hat gesagt…

Ich habe mir übrigens vor ein paar Tagen einen Schokopudding selbst gekocht. Der war zwar superlecker, aber hinterher war mir auch schlecht, weil ich einfach zuviel davon gegessen hatte. Und statt Sahne hatte ich auch noch Eierlikör obendrauf. Der Versuchung konnte ich einfach nicht widerstehen. Aber das Übel kam bei Nacht und so habe ich wieder gelernt, abends so etwas zu essen ist zwar lecker, aber ungesund!
lieben Gruß
Brigitte die Weserkrabbe
PS: den zweiten Becher kannst Du getrost wegwerfen.

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