Donnerstag, 11. Oktober 2012

Himmel oder Hölle?

Nun, irgendwann gehen wir alle mal auf den Gottesacker. Dafür gibt es bekanntlich eine Berufsgruppe welche sich Bestatter nennt, welcher dann die Formalien regelt. Diese Berufsgruppe kommt auch ohne mediale Werbung nicht wirklich aus, sodass sie es heute zu einem Blogeintrag schaffen.

Das Projekt liegt schon ein paar Tage auf meinem Tisch. Doch der Magendruck ist so groß, dass es ins Blog muss, um Luft zum atmen zu haben. Doch der Reihe nach. Vor wenigen Wochen kam es zu einem Kontakt zu der besagte Berufsgruppe. Schnell war klar, was die Gegenseite wollte. Die entsprechenden Parameter übermittelte ich gleich per Telefon an den Junior-Chef. Zu diesem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass es eine gleichberechtigte Kommunikation im Hause des Bestatters gäbe. Doch ich sollte mich täuschen.

Ich fuhr zu dem Kontakt, wir besprachen die Eckrahmen und als wir dann zu der empfindlichen Stelle kamen, bog sich der Erste von 4 Sargnägeln. Der wurde so krumm, dass er abzubrechen drohte. Doch ich holte meine Kneifzange raus, um ihn wieder gerade zu biegen.

Es ging weiter, je mehr wir den Mediensarg auskleideten, desto arroganter wurde der mir gegenübersitzende. Auch die anwesende "Geldgeberin" war not amused. Doch hier zeigte sich, dass die Kommunikation in diesem Hause nicht funktioniert, denn ich hatte schon am Telefon die Eckdaten bekanntgegeben, so dass sich der eigentliche Sargnagel nicht hätte verbiegen dürfen. Egal weiter im Text.

Das Vorgespräch war schwierig und langatmig. Schließlich hatten wir die Kiste gedanklich zusammengeschustert. Alles wurde dann in ein papierndes Konstrukt gezwängt, um für die weiteren Arbeitsschritte eine Basis zu haben. Ich tat alles Notwendige dafür. Doch statt die "Zwingen" gemeinsam anzuziehen, entschloss sich die Gegenseite für eine andere Befestigungsart. Sie wollte lieber wasserlöslichen Leim.

Dieser braucht bekanntlich etwas länger zum trocknen, als eine gespannte Zwinge. Leider befand sich in dem Leim etwas, was da (wohlmöglich den Trocknungsprozess weiter verzögern) nicht hingehörte,  so dass per Telefonat nochmals nachgefragt wurde. Gedultig erklärte ich die Zusammensetzung des Leimes, wobei meine Zwinge viel effektiver gewesen wäre, doch der Kunde ist ja König.

Allmählig musste das Material für die Kiste auch mal zugesägt werden, und die entsprechenden Inhalte dafür bestellt und aufbereitet werden. Die Bestellung zog sich. Nur auf Nachfragen per Mail und mit einer nicht zu beschreibenden Arroganz und Abgehobenheit des Gegenübers kamen dann auch die geforderten Materalien. 

Mein Material war bereits zugesägt, wartete nur darauf mit entsprechenden Verbindungen zu einer medialen Kiste verbunden zu werden. Ich verband die Kiste, mit Verbindungen die auch bewährt sind, und so schnell nicht auseinander gehen. Da kam plötzlich die Erleuchtung des Gegenüber. Wir müssen da nochmal eine neue Verbindung einfügen....

Eine neue Verbindung? Sie kenne doch die bisherigen Verbindungen, welche Sie bereits abgesegnet hatten, und für gut befunden. Egal, ich will diese neue Verbindung, und außerdem noch eine Intarsie auf der Innenseite, am besten mit Beleuchtung, damit das auch alle sehen.

Aha. Haben Sie die Intarsie schon fertig vorliegen, oder muss ich die auch anfertigen? Nein, die besorge ich. Es vergingen wieder ein paar Tage. Die Kiste war bereits supertrocken.  Dieser Kontakt entwickelte sich mehr und mehr zu einer täglichen Zerreißprobe. Wenn mich einer in die Kiste bringt, dann dieses Unternehmen. Aber bitte schön in eine Eichenkiste, ohne Intarsien und mit handgewebter Unterlegdecke.

Mittlerweile haben wir Woche Sieben. In der Zwischenzeit sind die grauen Haare um 4 gewachsen, der Kaffeekonsum um 2 Pakete in der Woche gestiegen und die Arbeitslust auf Null gesunken.Tote reden bekanntlich nicht, aber diese Menschen reden ebenfalls nicht, sondern sind arrogant und abgehoben. Da ist ein vermeintlicher Firmennachfolger, der sich aufspielt als würde ihm die Firma bereits gehören und auf der anderen Seite ist dort eine Person, die alle Fäden in den Händen zu halten scheint. Doch eines fehlt, und das ist Menschlichkeit. Menschlichkeit, egal ob ich dort als "Kunde" oder Geschäftspartner hinkomme. Nur mit Feingefühl kann ich auch eine Basis für Zusammenarbeit bilden - hier vermisse ich das.

Das Ende eines Bloggerlebens

Bloggen an sich ist eine tolle Sache, egal zu welcher Thematik, doch das Durchhaltevermögen ist der Begleiter, der diese Art der Kommunikati...