... die zwei Tage an denen wir Geburtstage hintereinander feierten. Denn es standen gleich zwei solcher Feierlichkeiten an. Zum einen hatte der Onkel meines Zündholzes seinen 70zigsten zu feiern, zum anderen wurde unsere Nichte 11 Jahre alt. Die erste Feier wurde aufgrund der großen Gratulantenscharr auf zwei Tage verteilt.
Wir waren ebenso am zweiten Tag anwesend. Wie es immer so ist, es gab reichlich Kalorien. Kaffee und Kuchenkalorien in sich vereint, wartete das Abendessen ebenso mit rechhaltigem auf. Deftige Hausmannskost ist auch bei mir hoch im Kurs und war zudem die Grundlage für den einen oder anderen Verdauungsschnaps. Neben mir ein Herr, wir kannten uns von einer Veranstaltung der lezten Wochen, genossen wir genüsslich die Verdauerlies. Schwere Köpfe gab es nicht!
Heute am Sonntag stand der Zweite Geburstag an. Der Vormittag begann sehr hektisch. Ich hatte versucht meine Überbleibsel-Falten des Vortages mit Wasser zu glätten, da klopfte es hektsich an der Badezimmertür. Ich müsse umbedingt den Platz räumen, es muss schnell gehen. Der Großvater meines Zündholzes hatte die Kontrolle über seinen Körper verloren.Das Ende des Leidliedes war, das er erneut ins Krankenhaus mittels Notdienst eingeliefert werden musste. Dabei wollten wir alle gemeinsam den Geburtstag unserer Nichte feiern. Doch daraus wurde nur bedingt etwas. Freude empfand ich nicht. Es war eine beklemmende Stimmung, so dass ich am liebsten nach Hause gefahren wäre. Doch ich wollte die schon eh zum zerreissen gespannte Luft nicht noch zur Explosion bringen.
Die Abstände seiner Krankenhausaufenthalte werden immer kürzer (dabei hat er schon eine elend lange Tortour mit Krankenhausaufenthalten wegen dieses Krebses hinter sich), so dass wir davon ausgehen, dass dieser Mensch keine Kraft mehr hat, das Weihnachtsfest zu erleben. Er baut sichtlich ab. Immer mehr Funktionen setzen zeitweilig aus. Es ist schon ein scheiß Gefühl zu sehen wie die hochmoderne Medizin in solchen Situationen nicht mehr helfen kann. Er hat es nicht verdient sich so zu quälen. Er hat Blasenkrebs im Endstadium. Dabei hatte ich noch immer Hoffnung, Hoffnung darauf, dass er gemeinsam mit uns das Weihnachtsfest erleben und verleben wird. Mit heutigem Tag habe ich die Hoffnung aufgegeben.
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